Plötzlich ist alles anders!


Mein Ehepartner, meine Eltern, mein Kind….sind krank, ich schau auf sie! So oft hört man diesen Satz, kaum ein Außenstehender ist sich aber der Tragweite dieser Aussage bewusst.

Betreuung und Pflege bedeuten mitfühlen, mitleiden, da sein, stark sein, kosten viel körperliche und noch mehr seelische Kraft und sie werden vor allem eines: UNTERSCHÄTZT!

Es wird Großartiges geleistet, der Betreuende stellt sich selbst und seine Bedürfnisse in den Hintergrund, fokussiert sein Augenmerk nur noch auf den Erkrankten und brennt langsam aber stetig aus. Denn in den meisten Fällen wird der Pflegeaufwand größer, die eigenen Zeitressourcen schrumpfen auf ein Mindestmaß, zudem verliert sich die Freude an eigenen Unternehmungen irgendwo zwischen: der Aufwand steht nicht dafür und ich bin zu erschöpft um überhaupt noch etwas tun zu wollen. Der Kreis der Isolation schließt sich schneller als so mancher glauben mag, die Krankheit selbst reduziert oftmals die Möglichkeit am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, Sozialkontakte im näheren Umfeld versanden weil: Die/ Der hat ja sowieso keine Zeit, Einladungen werden immer spärlicher, der Betreuende lebt schlussendlich als Gesunder das Leben eines Kranken.  Am Ende gibt es nur noch Verlierer: der Betreuende, der nun auch selbst erkrankt, und ein zu Pflegender, der die Erschöpfung seines Betreuers wahrnehmen muss.

Soweit sollte es nie kommen, es ist wichtig, schon frühzeitig auf sich zu achten. Sich Auszeit vom Pflegealltag zu nehmen- es gibt immer eine Möglichkeit-, wieder zu sich selbst zu finden, sich wieder selbst wahrnehmen und dem ICH wieder den Stellenwert zu geben, der ihm gebührt, hat oberste Priorität. Nicht immer nur der zu Betreuende sondern auch der Pflegende muss wieder einmal in den Mittelpunkt und sich etwas gönnen und erlauben. Nur, wenn es dem Pflegenden gut geht, kann er die Pflege des  Angehörigen auf Dauer gut leisten. Damit es ihm gut geht, ist es wichtig, dass er auch auf sich Acht gibt. Die tägliche Konfrontation mit Krankheit, Leid, Überforderung, bedarf einer psychischen Stabilität des Pflegenden, welche mentale Stärke voraussetzt. Mentales Training unterstützt beim Erkennen und Aufzeigen eigener Ressourcen, entwickelt, fördert und stärkt die geistigen Kräfte. Die Kraft der Gedanken wird genützt um gewünschte Veränderungen zu erzielen, denn die Art der Gedanken über eine Situation oder sich selbst können entscheidend für Erfolg oder Misserfolg sein.

Frei nach dem Songtext von Julian le Play: „wer schiebt mich an, wenn ich nicht mehr kann?“ lade ich sie dazu ein, sich bei mir „Schubkraft“ zu holen und in einem entspannten, verständnisvollen und kompetenten Umfeld neue Kraft zu tanken.

Ploeztlich_anders

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